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Richtig streicheln
Richtig streicheln

Richtig streicheln

Erziehung & Haltung
Date 18.01.2019

Natürliche Geborgenheit

 Körperliche Nähe und Zuwendung gehören zu den ersten Erfahrungen, die neugeborene Hunde und Katzen sammeln. Wenn die Mutter reinigend über den Körper leckt oder sich alle Geschwister warm aneinander kuscheln. Dieses wohlige „Nestgefühl“ verbindet der Vierbeiner für den Rest seines Lebens mit Schutz und Geborgenheit. Wenn Ihr Hund oder Ihre Katze sich nah zu Ihnen legt, Sie anstupst oder zärtlich an Ihnen knabbert, teilt der Vierbeiner auf diese Weise seine Zuneigung mit. Gemeinsames Kuscheln macht nicht nur Spaß, sondern stärkt die Bindung und baut Stresshormone ab. Damit der Körperkontakt seinen gesunden Zweck erfüllen kann, kommt es auf die Art und Dosis der Zuwendung an. Unabhängig von individuellen Vorlieben – der eine schmust mehr, der andere weniger – haben Menschen und Tiere unterschiedliche Verhaltensweisen, die beim Streicheln häufig übergangen werden. Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.

Unpassende Situationen

Vielleicht haben Sie schon bemerkt, dass Ihr Hund sich nicht gerne anfassen lässt, während er sich konzentriert und körperlich betätigt. Der Vierbeiner sollte beim Training nicht unnötig abgelenkt werden und lieber erst am Schluss der Übung durch mündliches Lob und ein tolles Leckerli bestätigt werden. Auch beim Herumtollen mit Artgenossen stören menschliche Streicheleien die aktive Kommunikation zwischen den Tieren. Dass fremde Personen erst einmal beschnüffelt werden, bevor Hund oder Katze sich vertrauensvoll kraulen lassen, ist natürlich. Und wenn Sie sich mit Ihrem Vierbeiner in einer unbekannten Umgebung oder Situation befinden, geben Sie Ihrem Tier Zeit und Raum um sich zu orientieren und die Lage einzuschätzen. Nach einem stressigen Tag kann es sein, dass Ihr Vierbeiner ungestört an seinem Lieblingsplatz entspannen möchte. Geht es uns in manchen Momenten nicht genauso, wie unseren Hunden und Katzen?

„Wer einen Hund streichelt wird dessen Wärme nicht nur zwischen den Fingerspitzen, sondern vor allem im Herzen fühlen.“

Freiraum respektieren

Menschliche Umarmungen gleichen für Tiere einem Würgegriff. Oft lassen sich die Vierbeiner solch stürmische Zuneigungsbekundungen gutmütig gefallen. Es kann aber auch passieren, dass sie auf ihre Weise für mehr Distanz sorgen – was unangenehm für alle Beteiligten ist. Einen Hund kräftig zu klopfen ergibt für das tierische Verständnis ebenfalls keinen Sinn, da dieses Verhalten unter Artgenossen nicht angewendet wird. Vielmehr stupsen sich Hunde sanft an, um dem Gegenüber die Scheu zu nehmen. Wenn der Körperkontakt die Sinne einschränkt, wird dies von den meisten Vierbeinern als unangenehm empfunden. Dazu gehören zum Beispiel das Festhalten der Rute sowie ein energisches Kopftätscheln. Außerdem mögen es Hunde und Katzen nicht, wenn ihr Gesicht dicht vor unseres gehalten wird. Doch es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie Körperkontakt als eine der wichtigsten sozialen Ressourcen positiv genutzt werden kann.

Beruhigende Belohnung

Richtig eingesetzt, stärken Streicheleinheiten die Bindung, dienen als Belohnung, nehmen Angst und lindern Schmerzen. Wenn Sie entspannt atmen und Ihren Vierbeiner sanft kraulen oder ihm die Hand auflegen, vermittelt dies Sicherheit. Eine ausgiebige Kuschelzeit können Sie außerdem nutzen, um verkrampfte Muskeln zu lockern oder den Körper des Tieres auf eventuelle Veränderungen zu untersuchen. Eine hartnäckige Klette oder Verfilzung sollten Sie ggf. erst im Anschluss entfernen, um den Wohlfühlmoment nicht zu zerstören. Für unterschiedliche Beschwerden – von Verspannungen bis hin zu Verhaltensstörungen – gibt es spezielle „Berührungstherapien“, wie zum Beispiel den Tellington-Touch. Dabei dauert ein TTouch nicht länger als drei Sekunden und wird ohne Druck ausgeführt. Auch im Alltag kann ein kurzes Streicheln viel bewirken – zum Beispiel als belohnende Anerkennung, wenn der Hund entspannt an der lockeren Leine läuft.

„Gott schuf die Katze, damit der Mensch einen Tiger zum Streicheln hat.“

Harmonische Handgriffe

Für eine längere Streicheleinheit begeben Sie sich mit Ihrem Vierbeiner auf Augenhöhe und setzen sich zum Beispiel zu Ihrem Tier auf den Boden. Nähern Sie sich dem Hunde- oder Katzenkopf stets von der Seite und streichen Sie mit der flachen Hand entlang der Wange in Richtung der Schläfe und weiter über den Kopf und Rücken. Wenn Ihr Vierbeiner sich daraufhin entspannt auf die Seite legt, drückt er dadurch sein Vertrauen aus. Eine weitere Genusszone unter guten Freunden ist die Kehle, die den Hals entlang bis zur Schnauze und wieder zurück gekrault wird. Etwas kräftiger können Sie tierische Genießer an der Brust- und Schulterpartie knuddeln oder mit kreisenden Daumen sanft seitlich der Wirbelsäule massieren. Auch hinter den Ohren lassen sich die meisten Vierbeiner gerne kraulen und zeigen dies, indem sie ihren Kopf gegen die Hand drücken. Wenn Hunde könnten, würden sie in solchen Momenten ebenfalls schnurren!

 

 

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