Der Rauhaardackel
Rauhaardackel: Rasseportrait, Wesen & Haltung
Der Rauhaardackel – von Liebhabern auch oft als Rauhaarteckel bezeichnet – zählt zu den bekanntesten und beliebtesten Hunderassen in Deutschland. Bestimmt kennst du den sprichwörtlichen Dackelblick: Tatsächlich besitzt der Dackel gegenüber seinem Vorfahren, dem Wolf, eine speziell entwickelte Augenmuskulatur, mit der er menschliche Herzen im Sturm erobert. Mindestens genauso berühmt ist der Dackel für seinen Eigensinn. Diesen verdankt er seiner traditionsreichen Aufgabe als professioneller Jagdhelfer, die er eigenverantwortlich und voller Selbstbewusstsein erfüllt. Doch im Rauhaardackel steckt noch viel mehr: Er schätzt das Familienleben, erweist sich bei konsequenter Führung als hervorragender Begleithund und integriert sich wunderbar in Haushalte mit Kindern.
Herkunft & Geschichte des Rauhaardackels
Die Wurzeln des Dackels reichen weit zurück. Ursprünglich für die Jagd unter Tage gezüchtet, lag seine Hauptaufgabe darin, Dachse und Füchse in ihren Bauten aufzuspüren und herauszufordern. Der Rauhaardackel entstand durch das gezielte Einkreuzen von robusten Terriern und Schnauzern in bestehende Kurzhaardackel-Linien. Der Zoologie-Professor Leopold Fitzinger beschrieb ihn bereits 1867 in seiner Abhandlung für die kaiserliche Akademie der Wissenschaften als zotteligen Windhund – eine sehr alte Haarvariante des Teckels.
Durch den Terrier-Einfluss erhielten die Hunde nicht nur ihr charakteristisches, drahtiges Haarkleid, sondern auch eine Extraportion Mut und Schneid. Trotz seiner kurzen Läufe erwies sich der Rauhaardackel als flinker Hetzer. Heute unterscheidet man in der Zucht oft zwischen Arbeitslinien für den jagdlichen Einsatz und Linien, die vorrangig als Begleithunde gezüchtet werden.
Aussehen und Rassemerkmale
Seine kurzen Beine und der lang gestreckte Körper verleihen dem Rauhaardackel ein unverwechselbares Erscheinungsbild. In den USA wird er aufgrund seines besonderen Körperbaus scherzhaft als "Sausage Dog" oder "Wiener Dog" bezeichnet. Das drahtige Fell schützt ihn bei der Arbeit im Unterholz und im Bau zuverlässig vor Dornen und Witterungseinflüssen.

FCI-Standard und Körperbau
- FCI-Klassifikation: Nr. 148, Gruppe 4: Dachshunde, Sektion 1: Dachshund (mit Arbeitsprüfung)
- Ursprungsland: Deutschland
- Größenvarietäten (Brustumfang):
- Standard-Teckel: Rüden 37–47 cm, Hündinnen 35–45 cm (Gewicht bis ca. 9 kg)
- Zwergteckel: Brustumfang 30–37 cm
- Kaninchenteckel: Brustumfang bis 30 cm
- Fellstruktur: Dichtes, drahtiges Deckhaar mit anliegender Unterwolle, ausgeprägter Bart am Fang und buschige Augenbrauen.
- Farbvarianten: Überwiegend saufarben (dunkel- bis hellsaufarben) sowie dürrlaubfarben; auch schwarz-rot oder gefleckt.
Wesen, Temperament & Charakter
Vom Wesen her ist der kleine Hund ein aktiver, vielseitiger Jagdhund und kein träger Schoßhund. Bei der Baujagd muss der Teckel im dunklen Bau eigenständig Entscheidungen treffen – ohne direkte Anweisungen seines Halters. Dieser starke Wille, seine Beharrlichkeit und sein Mut prägen den Charakter des Rauhaardackels bis heute.
Gerade der Rauhaardackel gilt als besonders aufgeweckt, charmant und treu. Er ist aufmerksam, wachsam und weder ängstlich noch grundlos aggressiv. Fremden gegenüber zeigt er sich mitunter reserviert, seinen Bezugspersonen gegenüber entwickelt er jedoch eine sehr feinfühlige und tiefe Bindung. Sein eigenwilliger Charme gehört zu den Rassemerkmalen, die Dackelliebhaber an ihm so schätzen.
Erziehung & Auslastung
Die Erziehung eines Rauhaardackels erfordert geduldige Konsequenz, klare Regeln und Humor. Da der Dackel gelernt hat, selbstständig zu handeln, hinterfragt er Kommandos gelegentlich auf ihren Sinn. Mit positiver Verstärkung, Lob und Leckerlis lässt sich der intelligente Hund jedoch hervorragend motivieren und ausbilden.
Als Naturbursche liebt der Rauhaardackel tägliche Ausflüge durch Wald und Feld. Lassen sich Halter nicht von den kurzen Läufen täuschen: Der Hund verfügt über eine erstaunliche Kondition und Lauffreude. Geistige Auslastung wie Nasenarbeit, Objektsuche oder Fährtenlesen sind ideal, um seinen ausgeprägten Spürsinn artgerecht zu fordern.
Artgerechte Ernährung des Rauhaardackels
Beim Rauhaardackel spielt die bedarfsgerechte Ernährung eine Schlüsselrolle für ein langes Hundeleben. Bedingt durch den langen Rücken und die im Verhältnis kurzen Beine sind Dackel besonders anfällig für Bandscheibenprobleme (die sogenannte Dackellahmheit). Das konsequente Vermeiden von Übergewicht ist daher die wichtigste Maßnahme zum Schutz der Wirbelsäule.
Eine hervorragende Wahl für eine schlanke und muskulöse Statur ist frisches BARF-Fleisch für Hunde. Die Rohfütterung ermöglicht eine exakte Kontrolle über Fett- und Proteingehalte sowie den Verzicht auf unnötige Kohlenhydratfüllstoffe. Ergänzend oder alternativ bietet hochwertiges Nassfutter oder leicht verdauliches schonend hergestelltes Trockenfutter eine ausgewogene Nährstoffbasis. Zur Unterstützung von Gelenken und Knorpelgewebe empfehlen sich zielgerichtete Supplements mit Grünlippmuschelextrakt oder Omega-3-Fettsäuren. Für das tägliche Training oder zur Zahnreinigung eignen sich gesunde Snacks und fettarme Kauartikel.
Setze auf erstklassige Fleischqualität und natürliche Zutaten für eine ausgewogene Ernährung. Stelle jetzt die ideale Mahlzeit aus frischem Rohfleisch, Innereien und gesunden Ergänzungen zusammen.
Jetzt BARF-Sortiment ansehenPflege & Gesundheit
Das drahtige Fell des Rauhaardackels ist pflegeleicht und wetterfest. Regelmäßiges Bürsten reicht im Alltag aus. Wichtig ist jedoch das periodische Trimmen: Ein- bis zweimal im Jahr sollte das abgestorbene Deckhaar per Hand gezupft werden, damit die Unterwolle atmen kann und die typische Drahtstruktur erhalten bleibt.

Gesundheitliche Besonderheiten
- Dackellahmheit (Bandscheibenvorfall): Vorbeugung durch schlanke Linie, gute Rückenmuskulatur und Vermeidung von exzessivem Treppensteigen.
- Zahnpflege: Durch die kompakte Kieferform empfiehlt sich regelmäßige Gebisskontrolle und das Anbieten von harten Kausnacks.
- Lebenserwartung: Bei guter Pflege und gesunder Ernährung erreichen Rauhaardackel häufig ein hohes Alter von 12 bis 16 Jahren.
Häufige Fragen zum Rauhaardackel (FAQ)
Ist der Rauhaardackel für Familien geeignet?
Ja, bei guter Sozialisierung und liebevoller Erziehung ist der Rauhaardackel ein freundlicher und treuer Familienhund, der sehr gut mit Kindern auskommt.
Wie oft muss ein Rauhaardackel getrimmt werden?
Das drahtige Fell sollte in der Regel 1- bis 2-mal pro Jahr getrimmt (handgezupft) werden, um abgestorbenes Haar zu entfernen und die Fellgesundheit zu erhalten.
Ist der Rauhaardackel für Anfänger geeignet?
Ja, sofern die Halter bereit sind, sich intensiv mit der Rasse auseinanderzusetzen und mit konsequenter, aber liebevoller Geduld an der Erziehung zu arbeiten.
Wie unterscheidet sich der Rauhaardackel von Kurzhaar- und Langhaardackeln?
Neben dem rauen, drahtigen Haarkleid und dem typischen Bart gilt der Rauhaardackel durch den eingekreuzten Terrier als besonders aufgeweckt und robust im Wesen.
Wie alt werden Rauhaardackel im Durchschnitt?
Rauhaardackel haben eine sehr hohe Lebenserwartung und werden bei guter Gesundheit und artgerechter Fütterung meist zwischen 12 und 16 Jahre alt.
Warum gilt der Dackel als stur?
Als Baujagdhund musste der Dackel im Bau eigenständig Entscheidungen treffen. Diese angeborene Selbstständigkeit wird vom Menschen oft als Sturheit wahrgenommen.
Wie viel Bewegung braucht ein Rauhaardackel täglich?
Trotz seiner kurzen Läufe benötigt der Rauhaardackel tägliche Spaziergänge von insgesamt mindestens 1 bis 1,5 Stunden sowie Kopfarbeit wie Suchspiele.
Wie beugt man der Dackellahmheit vor?
Wichtig sind die Vermeidung von Übergewicht, regelmäßiger Muskelaufbau durch Bewegung sowie das Reduzieren von Treppensteigen und hohen Sprüngen.
Hat der Rauhaardackel einen starken Jagdtrieb?
Ja, als ursprünglicher Jagdhund besitzt er einen ausgeprägten Spür- und Jagdsinn. Ein verlässlicher Rückruf sollte von Klein auf trainiert werden.
Welche Fütterung empfiehlt sich für den Rauhaardackel?
Ideal ist eine proteinreiche, fettbewusste Fütterung wie frisches BARF oder hochwertiges Nassfutter, um das Idealgewicht zu halten und die Gelenke zu entlasten.
ZÜCHTERPORTAIT mit Iris Thies
Der Teckel – Ein treuer & flinker Jagdbegleiter
Teckel-Züchterin Iris Thies im INTERVIEW
Ein lang ersehnter Wunsch wird wahr – aus einem Kindheitstraum wird die heutige Teckelzucht von Iris Thies in der Nähe Leipzigs. Was die leidenschaftliche Züchterin an dieser Rasse fasziniert und was ihr in der Zucht besonders wichtig ist, erzählt sie uns im Interview.

Die Rauhaarteckel sind bereits seit über 55 Jahren Teil Ihrer Familie. Wie kamen Sie darauf, diese kleinen aber flinken Jagdhunde zu züchten?
Mittlerweile sind es sogar 56 Jahre. Ein Leben ohne diese Rasse ist für mich unvorstellbar. Als Kind hatte ich schon immer den lang ersehnten Wunsch Dackel zu züchten, wenn ich einmal groß bin. Damit lag ich meinen Eltern permanent in den Ohren. Dann kam die Ausbildung, der Beruf, die Ehe und so weiter. Vor 12 Jahren suchte ich mir dann meinen Dackel Zwerg Rauh. Die Suche gestaltete sich sehr schwer, da meine Anforderungen sehr hoch waren. Einen Zwinger zu finden, der Leistung und Schönheit vereint, war fast unmöglich. Doch dann entdeckte ich auf einer Hundeausstellung eine Züchterin, von der ich begeistert war und noch heute bin. Es kam für mich nur dieser Zwinger in Frage. Also geduldete ich mich ein Jahr und holte meine Cassi aus Karlsbad. Mit der Züchterin bin ich noch immer in einem sehr engen Austausch.
Ihr Mann ist Jäger. Was macht die Teckel zu so hervorragenden Jagdhunden?
Der Dackel ist ein treuer Jagdbegleiter. Nicht nur als Wärmflasche auf der Kanzel. Er ist ein exquisiter Erdhund. Durch seine gute Nase kann er hervorragend Schweißfährten ausarbeiten. Der geringe Abstand zum Erdboden ist ein großer Vorteil und macht ihn schnell und sicher auf seinen Fährten. Doch das Wasser und den Bau liebt er ebenso. Unser Motto lautet: Jagd ohne Hund ist Schund.
Abgesehen von der Jagdeigenschaft: Was zeichnet den Teckel aus? Zu welchem Menschen passt er?
Aktive Menschen werden Freude mit der Rasse haben, genauso umgekehrt. Natürlich kann nicht jeder Dackel ein Jagdhund sein. Doch einmal um den Häuserblock reicht einem Dackel nicht aus. Er braucht Bewegung und eine Aufgabe, die ihn geistig fordert und fördert. Als Familienhund sollte er auch so in die Familie aufgenommen werden. Doch er ist kein Kuscheltier und sollte auch nicht so behandelt werden. Deshalb ist es ratsam, dass Kinder bereits ein gewisses Alter erreicht haben, bevor ein Dackel in die Familie kommt. Er ist und bleibt ein Jagdhund. Und wie jede andere Rasse auch braucht er klare Signale, um zu verstehen, wer der Chef ist.

Sie erwarten im September Welpen. Worauf achten Sie besonders in Ihrer Zucht?
Im Vorfeld achte ich bei der Auswahl des Rüden natürlich auf eine qualitativ hochwertige Zucht. Dabei sind nicht allein das äußere Erscheinungsbild und die Jagdeigenschaften der Tiere ausschlaggebend. Genauso wichtig sind für mich das Wesen sowie der Gesundheitszustand der Elterntiere. Anhand von DNA-Untersuchungen lasse ich zum Beispiel im Vorfeld eventuelle Erbkrankheiten ausschließen. Das Welpenalter ist dann eine sehr spannende und aufschlussreiche Zeit. Jeder einzelne Welpe wird genau beobachtet und analysiert, um einen passenden Halter für sie zu finden. Im Alter von 4 bis 5 Wochen beginnen wir die ersten Autofahrten und Reviergänge, um die Welpen auf ihr Leben in ihren neuen Familien vorzubereiten und es ihnen so leicht wie möglich zu machen.
Gibt es etwas, worauf Sie bei der Ernährung Ihrer Vierbeiner und Ihres Nachwuchses besonderen Wert legen?
Die ersten Tage übernimmt diesen Part komplett die Mutter. Ab ungefähr dem 15. Tag muss der Züchter die Hündin unterstützen. Ich möchte keine Werbung für ein spezielles Hundefutter machen. Es ist jedoch wichtig hochwertiges Futter zu geben, um dem Nachwuchs einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. Weiches Welpenfutter, rohes oder gekochtes Fleisch vom Huhn oder Rind und etwas Frischkäse eignen sich sehr gut. Ein guter Züchter gibt jedoch für die ersten Wochen einen Speiseplan mit. Daran sollten sich die neuen Familien unbedingt halten. Es ist nicht ratsam, das Futter ständig zu wechseln. Jeder Futterhersteller hat eine andere Zusammensetzung. Auch ist es wichtig, den Hund nicht zu überfüttern. Beine und Gelenke können dadurch für ihr Leben geschädigt werden. Ich rate jedem Welpenbesitzer, das Futter abzuwiegen. Bei uns geht alles über die Waage. Leckerlies werden bei uns nicht verteilt, die werden erarbeitet.
WEITERE INFOS
www.vom-goitzsche-blick.de
INTERVIEW Tina Hennig | FOTOS Iris Thies, Adobe Stock