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Erkenne, respektiere und liebe deinen Hund

Erkenne, respektiere und liebe deinen Hund

Mensch-Tier-Beziehung
Date 14.09.2016

Wer seinen Hund als solchen wahrnimmt, seine Bedürfnisse kennt und mit ihm artgerecht kommuniziert, sorgt für ein harmonisches Zusammenleben. Der Hundeexperte setzt zuerst beim Halter an, damit dieser lernt, sein Bauchgefühl für den Vierbeiner zu schulen und Verständnis für das Tier zu entwickeln, um so eine vertrauensvolle Bindung aufzubauen. „Wer erkennt, wie Hunde funktionieren, vermeidet viele Missverständnisse“, so der Spanier. In seinem neuen Buch „José Arces Praxisbuch“ wird anschaulich erklärt, wie einfach Hundeerziehung und das vertrauensvolle Miteinander sein kann. Es werden bebilderte Übungen vorgestellt, die Schritt für Schritt die Umsetzung in der Praxis erklären. Neben dem erfolgreichen und souveränen Meistern normaler Alltagssituationen mit dem Hund geht es aber auch darum, Unarten gelingend zu korrigieren. Viele wunderschöne Bilder und Eindrücke von José Arce mit seinen Hunden runden das Werk ab und wecken die Sehnsucht nach einer harmonischen Verbindung zum eigenen Hund. Der Spanier mit dem großen Herz für Hunde betreut in seinem Zentrum unter anderem auch verhaltensauffällige Hunde, die durch seine einfühlsame Anleitung eine Resozialisierung erfahren können.

Sie sind erfolgreicher Hundeexperte, leidenschaftlicher Blogger sowie Autor von Büchern und betreuen einen internationalen Kundenstamm. Wie erklären Sie sich aktuell diesen José-Arce-Boom?
José Arce
: Die Menschen verstehen, dass ich ihnen einfach nur die Augen öffnen möchte. Meine Methode ist nichts Kompliziertes oder Unverständliches, im Gegenteil: Es ist sehr einfach und steckt in jedem von uns. Es gibt eine natürliche und instinktive Verbindung zwischen Mensch und Hund, man muss sie nur wiederfinden. Ich möchte helfen, dass jeder Mensch das erkennt und so eine glückliche Mensch-Hund-Beziehung für alle möglich ist. Mich interessieren Menschen und Tiere, dabei bin ich ehrlich: Auch ich mache Fehler. Ich bin einfach nur ein Mensch, der anderen Menschen helfen möchte.

Wie baue ich eine richtig gute Beziehung zu einem Hund auf?
Sehr einfach: „Erkenne, respektiere und liebe deinen Hund“, in genau dieser Reihenfolge.

Erklären Sie uns Ihre Aussage „Hundeerziehung beginnt immer bei uns selbst. In unserem Kopf, in unserem Herzen. In unserem Bauch.“
Damit meine ich, dass wir bei uns selber anfangen müssen. Uns erkennen, Ruhe finden und uns selber sicher fühlen. Das sind die Voraussetzungen, die wir brauchen, um zurückzufinden zu unseren eigenen Instinkten. Nur so können wir dann artgerecht mit unserem Hund kommunizieren.

Warum gibt es Ihrer Meinung nach in Deutschland so viele „Problemhunde“? Wo liegt das Problem?
Deutschland ist ein Land mit viel Hundekultur. Den meisten Hunden geht es gut. Das bedeutet aber nicht, dass es keine Problemhunde gibt. Meiner Meinung nach liegt das – so wie in vielen anderen hoch entwickelten Ländern – daran, weil viele Menschen ihre Wünsche auf den Hund projizieren, ohne ihn dabei zu erkennen. Es ist so normal geworden, einen Hund zu haben und ihn zu lieben, dass die meisten Menschen versagen, wenn es dann ein Problem gibt. Für viele Menschen bedeutet Erziehung leider dasselbe wie Strafe, und dadurch entstehen dann die meisten Schwierigkeiten. Ein weiteres Problem in Deutschland ist, wenn Hunde mit einer schlechten Vergangenheit aus dem Ausland an Menschen vermittelt werden, die nicht darauf vorbereitet sind, mit diesen Hunden umzugehen.

Sie sehen den Besuch einer Hundespielwiese eher kritisch. Warum?
Unsere Hunde brauchen nicht nur Bewegung, um müde zu werden; sie brauchen auch eine Aufgabe, die sie geistig fordert. Bei Tieren, denen diese vorenthalten wird, muss ich immer ein bisschen an Kinder denken, die von ihren Eltern vor den Fernseher gesetzt werden, damit die ihre Ruhe haben. Dass der Nachwuchs danach umso zappeliger und unausgeglichener ist, scheint ihnen nicht aufzufallen. Die meisten Menschen benutzen die Hundeplätze leider falsch. Es sollte ein Ort sein, an dem Menschen Zeit mit ihren Hunden verbringen und genügend Platz dafür haben, und auch um anderen Menschen mit ihren Hunden zu begegnen. Das Problem ist, dass jeder Hundebesitzer seine eigene Idee hat, wozu dieser Platz gedacht ist. Dadurch kommt es dann häufig zu Schwierigkeiten. Manche Menschen haben z. B. ein schlechtes Gewissen, weil sie zu wenig Zeit für die täglichen Runden mit dem Hund haben, oder auch wegen anderer Defizite wie z. B., dass ihr Hund stark an der Leine zieht oder dass sie ihn – im schlimmsten Fall – oft und lange zu Hause allein lassen. Dann versuchen sie das durch den Auslauf auf der Hundespielwiese zu kompensieren. Eigentlich ist dieser Platz dafür gedacht, Spaß zu haben, und nicht, um diese Probleme zu lösen. Viele Menschen sind auch der Meinung, ihr Hund müsse immer mit anderen Hunden spielen. Diese Menschen bringen dann einen aufgeregten und unausgeglichenen Hund auf die Wiese, und dann kommt es schnell zu Problemen. Meiner Meinung nach entfernen sich diese Menschen dann unbewusst von ihren Hunden. Es mag hart klingen, aber wir respektieren die Natur unserer Hunde nicht, wenn wir erwarten, dass sie nach dem Spielen auf einer Hundespielwiese müde sind. Sie sind dann nämlich nur körperlich müde, nicht aber müde im Kopf. Äußerlich mögen sie erschöpft sein, innerlich jedoch sind sie extrem aufgeregt. Der Weg zu einem ausgeglichenen Hund und einer guten Beziehung ist, dass der Hund unser Begleiter ist und wir ihn in unser Leben integrieren.

Wie sind Sie auf die „sanften Riesen“, die Doggen, gekommen? Wie viele Hunde leben derzeit bei Ihnen?
Das war einfach ein Zufall. Für mich sind Rassen nicht wichtig, ich liebe alle meine Hunde! Ich mag die unterschiedlichen Charaktere innerhalb meines Rudels und respektiere jeden Hund auf die gleiche Weise, egal ob große Dogge oder kleiner Chihuahua. Die Größe meines Rudels variiert ständig, es kommen Hunde dazu, und andere sind erfolgreich rehabilitiert und verlassen mein Rudel wieder.

Noch eine persönliche Frage: Allgemein wird immer behauptet, dass Hunde in Spanien nicht so einen Stellenwert wie in Deutschland haben und eher selten als Familienmitglieder angesehen werden. Gelten Sie als Spanier und mit Ihrem besonderen Verständnis für die Hunde als ein „Exot“ in Ihrem Heimatland?
Leider hat Spanien ein schlechtes Image im Ausland, und mir ist bewusst, dass ein großer Teil der Spanier immer noch weit „hinterherhinkt“, wenn es um das Thema Hund oder andere Tiere geht. Das verändert sich aber derzeit in großen Schritten: Es entwickelt sich ein starkes Bewusstsein für den Tierschutz. Die meisten Menschen in Spanien, die einen Hund haben, gehen sehr gut mit ihm um, und für sie ist der Hund ein Familienmitglied. Ich habe das Glück gehabt, zwischen solchen Menschen aufzuwachsen. Auch auf meiner Heimatinsel Mallorca hat sich sehr viel verändert: Heutzutage haben wir Hundestrände und Hundeparks, und in manchen Buslinien sind Hunde erlaubt. Demnächst wird es auch eine Tierschutz-Polizei geben. Einfach zu denken, ich wäre in meiner Heimat ein Exot, wäre, als wenn wir Spanier glauben würden, jeder Deutsche trägt eine Lederhose. (Er lacht.)

Vielen Dank für das Interview.

Das Interview führte Fritz & Anna-Redakteurin Sabina Pilguj

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