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Der Dalmatiner

Der Dalmatiner

Hunderassen
Date 04.07.2018

Wo und wann die Geschichte dieser auffälligen Hunderasse ihren genauen Anfang nahm, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Abbildungen in altägyptischen Pharaonengräbern lassen vermuten, dass der Dalmatiner bereits ein paar tausend Jahre alt ist. Die vierbeinigen Urahnen stammen wahrscheinlich aus dem östlichen Mittelmeerraum, insbesondere von der dalmatischen Küste. Optisch ähnliche Hunde sind hier u.a. auf Gemälden sowie in kirchlichen Chroniken aus dem 16. bis 18. Jahrhundert zu erkennen. Zu den bekanntesten Werken gehören das Altarbild „Madonna mit Jesus und Engeln“ der Kirche Gospa od andjela auf der Insel Losinj sowie ein Fresko im Ort Zaostrog. Erste schriftliche Aufzeichnungen zum Dalmatiner wurden im Bistum Djakovo gefunden. Es handelt sich um die Inschriften des Bischofs Petar Bakic aus dem Jahr 1719, sowie von Andreas Keczkemety aus dem Jahr 1737, in denen der Vierbeiner mit dem lateinischen Namen Canis Dalmaticus benannt wird. Der walisische Naturwissenschaftler Thomas Pennant beschrieb die Hunderasse 1771 in seiner „Synopsis of Quadrupeds“. 1792 veröffentlichte der britische Grafiker Thomas Bewick die Zeichnung eines „Dalmatian or Coach Dog“ genannten Hundes. Scheinbar hatten die Vierbeiner ihren Weg von Kroatien über Frankreich bis nach England gemacht, wo sie sich im viktorianischen Zeitalter als Kutschenbegleithunde wachsender Beliebtheit erfreuten. Eine Rassebeschreibung wurde 1882 von dem Briten Vero Shaw verfasst, und 1890 durch die Gründung des „Dalmatian Clubs“ in den ersten offiziellen Standard umgewandelt. Der F.C.I. veröffentlichte den ersten Standard 1955 unter dem Titel „Dalmatiner Jagdhund“.

Der Dalmatiner – ein Repräsentant und Menschenfreund

Der kroatische Dalmatinac schaffte es aus Europa bis nach Amerika, wo er im 19. Jahrhundert u. a. als Maskottchen der New Yorker Feuerwehr den von Pferden gezogenen Löschwagen als lebende Sirene vorauseilte. Die mittelgroßen, kräftigen und lauffreudigen Hunde wurden auf Ausdauer gezüchtet, um Kutschen zu begleiten und vor Räubern oder wilden Tieren zu bewachen. Seinen Genen entsprechend benötig der Dalmatiner auch in seiner heutigen Funktion als Familienhund viel Bewegung. Die sportlichen Vierbeiner sind z. B. optimale Reitbegleithunde und freuen sich über gemeinsame Fahrradtouren. Geistig möchte der Dalmatiner ebenfalls gefordert werden, u. a. bei Hundesportarten wie Obedience oder dem Erlernen kleiner Kunststücke. Durch ihre menschenfreundliche Art eignen sich die Vierbeiner weder zur Zwingerhaltung noch für den Schutzdienst. Vielmehr leisten Dalmatiner als Assistenzoder Rettungshunde soziale Dienste und äußern die Freude an der Gemeinschaft durch ihr berühmtes „Hundelachen“, das u. a. auch Pudel, Terrier oder Windhunde beherrschen. Hierbei kräuseln die Vierbeiner ihre Nase und ziehen die Lefzen hoch. Da das Zähnezeigen in der Kommunikation unter Tieren als Drohsignal angelegt ist, präsentieren die Hunde ihr Lächeln überwiegend uns Menschen gegenüber.

Ein Hund mit besonderer Optik und besonderen Ansprüchen

Die individuelle Fellzeichnung des Dalmatiners zeigt sich erst im Alter von ca. 14 Tagen, wenn sich im weißen Fell der Welpen schwarze oder braune Tupfen bilden. Diese sollen möglichst nicht ineinander übergehen sowie rund und klar begrenzt sein. Verantwortlich für diese Optik ist das Scheckungsgen. Da weißgrundige Tiere die Veranlagung zur Taubheit vererben können, werden Dalmatiner audiometrisch untersucht. Nur gesunde Hunde dürfen für die Zucht eingesetzt werden. Blauäugige sowie lemonfarbene oder Tiere, die braune und schwarze Tupfen aufweisen (Tricolor), sind gemäß F.C.I. ebenfalls von der Zucht ausgeschlossen. Eine weitere gesundheitliche Besonderheit dieser Hunderasse ist eine Stoffwechselerscheinung, die infolge einer übermäßigen Harnsäureproduktion zu Blasen- oder Nierensteinen führen kann. Vorsorglich ist beim Dalmatiner eine purinarme Ernährung (u. a. kein Rindfleisch und Innereien) ratsam. Für ein strahlend weißes Fell sollte außerdem z. B. auf einen zu hohen Karotten- oder Rote-Beete-Anteil in der Mahlzeit verzichtet werden. Erfüllt man diese rassetypischen Ansprüche, kann der Dalmatiner als der charismatische Begleiter überzeugen, der er bereits seit Jahrtausenden ist.

Rassemerkmale

FCI-Klassifikation: 153, Ursprungsland Kroatien, Verwendung Gesellschaftshund, Familienhund und für verschiedene Zwecke geeignet, Gruppe 6 Laufhunde, Schweisshunde und verwandte Rassen, Sektion 3 Verwandte Rassen
Ohne Arbeitsprüfung
Widerristhöhe: Rüden 56-62 cm, Hündinnen 54-60 cm
Gewicht: Rüden 27-32 kg, Hündinnen 24-29 kg


 

INTERVIEW – Karola Kistler

Volle Punktzahl für die Publikumsmagneten

Seit dem Film „101 Dalmatiner“ genießt diese charismatische Hunderasse besondere
Aufmerksamkeit. Dabei überzeugen die treuen Begleithunde längst nicht nur durch ihr Äußeres,
wie die als Züchterin und im Dalmatiner Verein Deutschland aktive Karola Kistler verrät.

Was macht den Dalmatiner für Sie besonders?
Karola Kistler: Erstmal natürlich sein individuelles Aussehen – jeder Dalmi hat eine eigene Tüpfelung. Dann sein Charakter. Der Dalmatiner hat ein angenehmes, freundliches Wesen und fühlt sich als Familienmitglied. Diese Hunde möchten überall dabei sein. Sie sind neugierig, lebhaft und mutig, wenn sie herausgefordert werden. Zufriedenheit und Glück, aber auch Niedergeschlagenheit, drücken die sensiblen Vierbeiner aus. Was ich besonders liebe, ist das berühmte "Dalmatiner-Grinsen".

Sie sind im Dalmatiner VereinDeutschland e. V. aktiv.
Seit mehr als zehn Jahren bin ich als Referentin des Fachbereichs Öffentlichkeitsarbeit und als Redakteurin des Dalmatiner-Kuriers tätig. Wenn der Vereinsvorsitzende verhindert ist, komme ich als stellvertretende Vorsitzende zum Einsatz. Der Dalmatiner Verein Deutschland wurde vor 30 Jahren gegründet und ist Mitglied im Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH), welcher der Fédération Cynologique Internationale (F.C.I.) angeschlossen ist. Der DVD versteht sich als Rassehunde-Zuchtverein im Sinne der Satzung des VDH. Zweck ist die Reinzucht der Rasse Dalmatiner nach dem bei der F.C.I. hinterlegten, gültigen Standard Nr. 153.

Welche Hunde leben aktuell bei Ihnen?
Die 7-jährige Ysabeau von Nassau, Rufname Lissy, ist die Mutter unserer C-, D-, E- und F-Würfe. Sie ist die Rudel-Chefin und läuft mit dem typischen Dalmi-Grinsen auf jeden Zweibeiner zu. Chimaira von der Juraquelle ist fünf Jahre jung und eine Tochter unserer Lissy. Ihr Vater lebte in den Niederlanden und kam aus einer bekannten F.C.I.-Zuchtstätte in Russland. Chimmi ist die Mutter von unserem G-Wurf und als persönliche Wächterin stets an meiner Seite. Fantaghiro von der Juraquelle ist Lissy´s einjährige Tochter. Fanta war eine Musterschülerin und mutierte während der Pubertät zum Ungeheuer. Inzwischen hat sich das gelegt und sie ist unsere Schmusesocke. Im Januar mussten wir nach fast 14 ½ Jahren unsere erste Dalmatiner-Hündin Abbi (Abigale vom Versunkenen Schloß) über die Regenbogenbrücke gehen lassen. Sie war unser Seelenhund – durch sie kamen wir 2005 zum Züchten unserer Dalmatiner von der Juraquelle.

Worauf sollte man bei der Anschaffung eines Dalmatiners achten?
Der Dalmi möchte alles miterleben und aktiv beschäftigt werden. Super geeignet ist er als Begleithund, z. B. beim Reiten, Fahrradfahren oder Wandern. Sportliche Betätigung wie Agility lieben diese Hunde ebenfalls. Ein ausgelasteter Dalmatiner ist frei von Nervosität oder Aggressivität und meist sehr verschmust. Nachdem er sich auspowern durfte, teilt er gerne die Couch mit seiner Familie – und hinterlässt dort das ganze Jahr über stecknadelähnliche Haare. Ein guter Staubsauger ist eine sinnvolle Investition, und auch die Kleidung sollte angepasst werden.

Was ist beim Training zu berücksichtigen?
Der Dalmatiner ist intelligent und lernt sehr schnell. Er ist aber auch stur – manches will er einfach nicht. Viel Arbeit bedeutet es z. B. ihn an die Leine zu gewöhnen, damit er vor lauter Freude nicht ständig im Zug ist. Als echter Kindernarr muss sein Übermut ebenfalls gezügelt werden, da er auf kleine Menschen begeistert zustürmt. Durch sein freundliches Wesen wird er auch als Begleit-, Rettungs- oder Therapiehund eingesetzt.

Welche gesundheitlichen Aspekte gibt es?
Weißgrundige Tiere vererben die Veranlagung zur Taubheit. Dalmatiner, die nicht oder nur einseitig hörend sind, setzen VDH-Vereine nicht zur Zucht ein. Aus diesem Grund werden Dalmatiner audiometrisch untersucht – seit zehn Jahren liegt die Rate tauber Welpen in Deutschland zwischen ein und zwei Prozent. Die bei mittelgroßen Hunden weithin verbreitete Hüftgelenksdysplasie (HD) spielt beim Dalmatiner eine untergeordnete Rolle. Die Hunde weisen jedoch eine Stoffwechselbesonderheit auf. Wie beim Menschen kann es zu einer Überproduktion an Harnsäure und in der Folge zu Blasen- oder Nierensteinen kommen. Deshalb sollten Halter bei der Auswahl des Futters darauf achten, dass der Puringehalt nicht zu hoch ist. Innereien, Sehnen, Euter, Pansen und Haut haben z. B. einen hohen Puringehalt. U. a. reines Muskelfleisch, Milchprodukte, Reis, Nudeln oder Kartoffeln haben einen niedrigeren Puringehalt. Da der Dalmi ein weißes Grundfell hat, sieht man ihm Futterfehler meistens schnell an. Zum Beispiel kann eine gelbliche Fellfarbe mit zu vielen Karotten in der Mahlzeit zusammenhängen. Ein hoher Weizenanteil hatte bei Abbi außerdem kurzfristig zu einem stumpfen, struppigen Fell geführt, bevor wir ihr Futter umstellten. Wenn man das Haarkleid eines Dalmatiners genau beobachtet, kann man unter anderem daran erkennen, ob die Zusammensetzung der Nahrung für den Vierbeiner stimmt.

WEITERE INFOS
www.juraquelle.eu

www.dalmatineronline.de

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