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Übungsprogramm für Staubsauger-Hunde

Übungsprogramm für Staubsauger-Hunde

Erziehung & Haltung
Date 10.08.2016

In Ihrem Buch „Anti-Giftköder-Training“ beschreibt Sonja Meiburg, wie man als Hundehalter vorbeugen kann, bietet den Lesern einen Trainingsplan und erklärt, wie Notfallsignale trainiert werden. Die Autorin gibt seit 2006 ihr Wissen in ihrer Hundeschule „Holledau“ weiter, und sie ist bekannt aus der Sendung „Zeit für Tiere“ im bayerischen Rundfunk und als Beraterin hinter der Kamera in der Doku „Das geheime Leben unserer Hunde“ (ZDF). Für ihre Aktion „Tausche Stachelhalsband gegen Training“ hat sie 2012 den „dogs Award“ erhalten.

Als gelernte Juristin sind Sie in die Hundeszene gewechselt und arbeiten als Hundetrainerin. Wie kam es dazu?
Sonja Meiburg: Ich habe die Juristerei immer geliebt, und sie hat mir großen Spaß gemacht. Nach meinem Staatsexamen vor fast 20 Jahren bin ich von NRW nach Bayern gezogen, und in dem Freistaat musste ich einige Rechtsgebiete völlig neu erlernen. Da ich zu diesem Zeitpunkt schon als Trainerin tätig war, habe ich gemerkt, dass mir die Arbeit mit Menschen und ihren Hunden viel mehr Freude bereitet. Daher bin ich konsequent meiner Berufung gefolgt. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe ich Abschied von der Juristerei genommen. Zunächst habe ich in Vereinen als Trainerin gearbeitet, und seit zehn Jahren bin ich hauptberuflich selbstständig als Hundetrainerin. Das bedeutet, dass ich auf dem Hundeplatz ganz normale Erziehungsstunden unterrichte, aber auch in Einzelstunden an zum Teil sehr heftigen Verhaltensproblemen arbeite. Ich gebe Workshops und bin als Referentin unterwegs.

Hätten Sie damit gerechnet, dass Ihr Buch so ein großer Erfolg wird?
Ich hatte es leise gehofft. Welcher Autor tut das nicht? Ich habe aber einige Wochen lang gar nicht realisiert, dass „Anti-Giftköder-Training“ so wahnsinnig häufig gekauft wird. Über die überschwänglichen Rezensionen habe ich mich sehr gefreut, weil sie mir zeigten, dass ich meinen Job gut gemacht habe und das, was ich den Hundehaltern an Training rüberbringen wollte, wirklich nachvollziehbar und verständlich angekommen ist.

Gab es schon immer so viele Hundehasser, die Giftköder auslegen, oder ist es ein neues Phänomen?
Ich glaube, das Problem ist mehrschichtig. Heute gibt es mehr Hunde als noch vor zwanzig Jahren und damit leider auch mehr unvernünftige Hundehalter. Ich erlebe immer wieder die abenteuerlichsten Dinge: Da lassen Hundehalter ihre Hunde in größeren Gruppen frei laufen, ohne sie abrufen zu können. Das führt dazu, dass die Hunde unkontrolliert jagen, an Spaziergängern hochspringen oder Fahrrädern hinterherlaufen. Wenn ich dann als Hundetrainerin schon richtig wütend werden kann, wie mag es dann erst Menschen gehen, die mit Hunden nichts anfangen können oder sogar Angst vor ihnen haben? Aber: Zwischen dem Ärger auf Hundehalter und tödlichem Hass auf Hunde gibt es einen großen Unterschied. Wer Giftköder auslegt, um Hunde zu töten, und damit wissentlich den Tod eines Lebewesens in Kauf nimmt (und das muss ja nicht unbedingt ein Hund, sondern kann auch ein anderes Tier oder sogar ein Kind sein), bei dem stimmt etwas nicht! Solche Menschen scheinen einen perfiden Spaß daran zu empfinden, sich vorzustellen, wie ein anderes Lebewesen leidet oder stirbt. Und das ist eher ein Zeichen dafür, dass so ein Mensch sich professionelle, psychologische Hilfe suchen sollte.

In Ihrem Buch bieten Sie ein „Staubsauger-Training“ an. Klappt dieser Ansatz auch bei sehr verfressenen Hunden? Und was ist, wenn mein Hund schon älter ist – ist er dann trainingsresistent?
Lernen findet ein ganzes Leben lang statt. Deswegen kann auch bei älteren oder verfressenen Hunden mit dem Training begonnen werden. Ein Hund, der aber schon viel Erfolg mit einer Staubsauger-Strategie hatte und gelernt hat, immer schneller und heimlicher etwas Gefundenes aufzufressen, der braucht natürlich länger, damit das Training Erfolg hat.

Wenn man ein Anti-Giftköder-Training machen möchte, darf man dann überhaupt noch unterwegs Leckerlis schmeißen, die der Hund suchen soll?
Ja, darf man! Es ist ein urbaner Mythos, dass man seinem Hund abgewöhnt, etwas vom Boden zu nehmen, indem man nie etwas auf den Boden wirft. Ich lade jeden Hundehalter gern zu einem kleinen Gedankenexperiment ein. Sie füttern Ihren Welpen immer aus dem Napf oder geben ihm seine Leckerchen immer aus der Hand. Und Sie schafften es tatsächlich, ein Jahr lang dafür zu sorgen, dass der Hund sein Futter oder seine Leckerchen niemals vom Boden frisst. Und dann gehen Sie nach diesem Jahr aus der Haustür raus, und neben der Haustür liegt ein entsorgtes Schulbrot. Würden Sie dann Ihre Hand dafür ins Feuer legen, dass Ihr Hund ohne weiteres Training dieses Schulbrot einfach liegen lässt, nur weil er noch nie sein Futter vom Boden gefressen hat?Also keine Angst: Es ist gar kein Problem, wenn wir unseren Hunden Leckerchen auf den Boden werfen. Die Hunde sehen ja, dass das Futter von uns kommt. Würden wir das nicht tun, würden wir uns selbst um ein paar für Hunde sehr attraktive Belohnungsmöglichkeiten bringen: Leckerchen kullern, dem Hund zuwerfen, im Gras verteilen und suchen lassen usw. Und das wäre sehr schade drum.

Sie sind Mitglied der ersten Stunde bei der Aktion „Trainieren statt dominieren“. Was liegt Ihnen im Umgang mit Hunden sehr am Herzen?
Ich komme selbst aus der eher härteren Ecke der Hundeerziehung. Mein Vater war Diensthundeführer (Staffelleiter und Ausbilder) bei der Polizei. Daher waren bei uns früher, wie das vor vielen Jahren noch üblich war, Stachelhalsband und Teletakt an der Tagesordnung. Mit meiner ersten eigenen, recht ängstlichen Hündin war dieser Umgang jedoch undenkbar. Sie wäre sofort tausend Tode gestorben. Mit ihr bin ich vor etwa zwanzig Jahren zufällig über den Clicker gestolpert und seitdem bei diesem Training geblieben. Ich habe gemerkt, dass es nicht notwendig ist, auf Schreck- oder Schmerzreize zurückzugreifen, um einen Hund zu erziehen. Glücklicherweise ändert sich seit einigen Jahren der Umgang mit dem Hund immer mehr in die positive Richtung. Ich bin da aber sehr frohen Mutes, dass die Entwicklung so weitergeht, wenn ich sehe, was wir in den letzten Jahren alles geschafft haben und was wir an Aufklärungsarbeit leisten konnten!

Erklären Sie uns den Begriff „Wattebauschwerfer“?
Ja, sehr gern. „Wattebauschwerfer“ war mal ein Schimpfwort der Trainer der etwas härteren Gangart gegenüber Trainern, die schwerpunktmäßig mit Belohnungen arbeiten. Dahinter stand der Gedanke (so hat mir das mal einer aus der „Szene“ erklärt), dass wir statt Wurfketten Wattebäusche nach dem Hund werfen würden, um ihn nicht zu verletzen. Ich fand, das war ein sehr treffendes Bild, denn wir achten tatsächlich sehr darauf, Hunden keinen körperlichen oder seelischen Schaden zuzufügen, um sie zu erziehen. Stattdessen legen wir Wert darauf, dass Hunde gern und mit einem dicken Grinsen im Gesicht mit uns zusammenarbeiten, denn so entsteht ein sehr zuverlässiger Gehorsam, der nicht auf Angst, sondern auf Freude basiert.„Wattebauschwerfer“ ist mittlerweile ein Begriff, der oft für sehr sympathische und kompetente Trainer benutzt wird.

Vielen Dank für das Interview!

TEXT Sabina Pilguj | FOTOS Michele Baldioli, Cadmos Verlag

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