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„Hierher!“: Der erfolgreiche Rückruf

„Hierher!“: Der erfolgreiche Rückruf

Erziehung & Haltung
Date 23.09.2018

Die Realität sieht häufig leider anders aus: Ist der Hund zu Hause noch anhänglich, ignoriert er die Rufe seines Menschen in freier Wildbahn konsequent. Trainerin Jana Rätke (www.der-lieblingshund.de) gibt Starthilfe für einen erfolgreichen Rückruf.

Die Basis

Überprüfen Sie zunächst Ihre Management-Qualitäten innerhalb der eigenen vier Wände. Können Sie Ihren Hund in jeder Situation auf seinen Platz schicken? Die heimischen Strukturen sind entscheidend in der Mensch-Hund-Beziehung und somit ein wichtiger Eckpfeiler für die sichere Abrufbarkeit des Vierbeiners.

Der 5-Punkte-Plan zum sicheren Rückruf des Hundes

1. Schleppleine als Hilfsmittel

Voraussetzung für das Training ist, dass der Hund zunächst keinen unkontrollierten Freilauf mehr hat. Eine ca. fünf Meter lange Schleppleine als Hilfsmittel ist dafür optimal. Befestigen Sie diese bitte an einem gut sitzenden Brustgeschirr. Geben Sie Ihrem Hund immer so viel Leinenradius, wie es Sinn macht. Es sollte eine „Führhand“ geben, mit der Sie den Hund sicher halten können. Die andere Hand regelt die Länge der Leine. Je nach Gewicht des Hundes sollten Sie Handschuhe für das Schleppleinen-Training verwenden. Ganz wichtig: Noch kein eigentliches Rückruf-Training auf dem Spaziergang einbauen (siehe Schritt 2).

2. Die neue Vokabel muss gelernt werden

Hat Ihr Hund schon mehrmals das Rufen der Worte „Komm“ oder „Hier“ ignoriert? Sie fordern ihn auf, und der Vierbeiner kommt mal … und mal eben nicht? Dann macht es Sinn, ein völlig neues Wort für den Rückruf aufzubauen. Möglichst eine Vokabel, die für den Hund noch keinerlei Bedeutung hat. Wählen Sie zum Beispiel das Wort „Hier“ in einer anderen Sprache (außer auf Englisch) – seien Sie erfinderisch! Bauen Sie den neuen Begriff mit Hilfe der klassischen Konditionierung auf: Sprechen Sie Ihren Hund mit seinem Namen an, locken Sie ihn zu sich und belohnen Sie ihn mit einem ganz besonders begehrten Leckerli. Zeitgleich mit der Belohnung sagen Sie das neue Wort. So belegen Sie den Begriff für Ihren Hund positiv. Diese Handlung wiederholen Sie mindestens 20 Mal am Tag und das möglichst an sieben aufeinanderfolgenden Tagen.

3. Halten Sie die Konditionierungsphase durch

Ihr Hund wird das neue Wort in Verbindung mit der Belohnung schnell gut finden. Die Versuchung, das gerade Erlernte direkt in der freien Wildbahn zu nutzen, ist oft groß. Aber Vorsicht: Auch wenn der Vierbeiner im Wohnzimmer auf Ihre Aufforderung hört, wird er dies nicht automatisch auch im Wald tun. Wenn Sie zu diesem frühen Zeitpunkt versuchen, den Hund mit dem neuen Wort abzurufen, ist das eher wie ein Glücksspiel.

4. Anforderung langsam erhöhen

Sie haben eine Woche lang durchgehalten und das neue Wort ausschließlich mit der Super-Leckerli-Gabe positiv belegt? Wunderbar. Jetzt können Sie einen Schritt weiter gehen: Üben Sie im Garten oder außerhalb der Wohnung auf einem reizarmen Gelände (stets mit der Schleppleine gesichert). Sprechen Sie Ihren Hund mit seinem Namen an. Schaut er zu Ihnen? Perfekt! Dann sagen Sie jetzt das eingeübte neue Wort. Läuft der Vierbeiner daraufhin zu Ihnen? Loben Sie ihn überschwänglich. Und ganz wichtig: Verzichten Sie zunächst auf keinen Fall auf die Gabe des Super-Leckerlis!

5. Ablenkung steigern

Sie haben bereits einen riesigen Schritt gemeistert: Sie sprechen Ihren Hund mit seinem Namen an, er schaut zu Ihnen und flitzt bei Aufforderung auf Sie zu? Glückwunsch! Steigern Sie nun langsam die Ablenkung. Gehen Sie mit ihrem Vierbeiner (gesichert durch die Schleppleine) zum Beispiel in einem Wald spazieren. Wenn Ihr Hund am Wegesrand schnuppert, wenden Sie den Ablauf aus Schritt 4 an: Rufen Sie seinen Namen, bei Blickkontakt sagen Sie das neue Wort und loben Ihren Hund ausgiebig, wenn er zu Ihnen kommt. Ignoriert Ihr Hund Sie, wenn Sie ihn mit seinem Namen im Wald ansprechen? Dann gehen Sie einen Trainingsschritt zurück. Versuchen Sie, ob der Vierbeiner am Waldanfang noch ansprechbar ist und setzen Sie dort die Übung aus Schritt 4 fort. Ganz wichtig: Nennen Sie die Aufforderung erst, wenn Ihr Hund Sie anschaut. Setzen Sie das Training auf diese Weise fort und erhöhen Sie die Reize langsam. Mit Geduld und Konsequenz gelingt der Rückruf Ihres Hundes schon bald zuverlässig – selbst aus dem freien Lauf mit Artgenossen!

Wir empfehlen Trainer-Snack-Lunge vom Rind. Die getrockneten, fettarmen Leckerlis in praktischer Würfelform sind ideal für unterwegs. Dabei schmeckt der natürliche Kauartikel so gut, dass Ihr Hund beim Training extra aufmerksam sein wird. 

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