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Freigänger vs. Stubentiger – welche Katze ist glücklicher?

Freigänger vs. Stubentiger – welche Katze ist glücklicher?

Erziehung & Haltung
Date 02.06.2016

Freigänger

Der vierzehnjährige Thaikater „ Jio“ ist von klein auf ein Freigänger. Er genießt es, bei Wind und Wetter in der ruhigen Wohnsiedlung herumzustromern, sich mit anderen Katzen zu treffen und zu spielen, seine Krallen am Ginkgo zu schärfen, herumzuklettern, Ausschau nach möglicher Beute zu halten und auf Mäusejagd zu gehen. Er kann sich täglich nach Lust und Laune austoben und alles tun, was ihm Freude macht. Lediglich zum Fressen, Schmusen und Schlafen kommt er ins Haus. Sein Alltag scheint grenzenlos zu sein, außer wenn ein Pfiff seiner Besitzerin ertönt, dann weiß er, er muss schnell nach Hause laufen.

Katzenglück ist individuell

Aber ist der Freigängerkater nun glücklicher als eine Wohnungskatze? Die Frage des Katzenglücks lässt sich sicherlich nicht so pauschal beantworten, denn eine Katze, die von Anfang an in der Wohnung gehalten wurde, hat gelernt sich dort wohl zu fühlen. Sie wird den Freigang nicht vermissen, wenn sie die weite Welt noch nie kennen gelernt hat. Obwohl es manchmal den Anschein hat, als würden die Stubentiger, wenn sie auf der Fensterbank dösen und sehnsuchtsvoll aus dem Fenster schauen, von großer Freiheit und von ausgiebigen Beutezügen träumen.

Freiheit hat Ihren Preis

Wer seiner Katze den Weg ins Katzenabenteuerland ermöglichen möchte, sollte sich diese folgenschwere Lebensentscheidung gut überlegen. Eine Freigängerkatze wird sich schwer damit tun, sich als Wohnungskatze wohl zu fühlen. Ausnahmen bestätigen immer wieder die Regel, aber darauf sollte man sich niemals verlassen. Eine Naturkatze wird nach draußen wollen und ihren Drang nach Freiheit vehement und lautstark einfordern. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine Freigängerkatze sollte eine Wohngegend ohne viel Verkehr sein. Wenn eine Samtpfote in der Natur herumstreunert, sollte sie unbedingt, nicht nur zum eigenen Schutz, ausreichend geimpft sein. Bei Katzen, die möglicherweise Beute machen, sollte der Kot sicherheitshalber auf Parasiten untersucht und die Samtpfoten regelmäßig entwurmt werden. Bei Kontakt mit anderen Tieren kann ein Vierbeiner schnell zum „Flohtaxi“ werden und auch Zecken mit ins Haus tragen. Auch hier gilt es, genau zu schauen oder vorzubeugen.

Katzenhalter sollten sich bewusst sein, dass sie zudem starke Nerven brauchen. Ihre Samtpfote wird Sie als „Türöffner“ lautstark fordern, denn sie gibt vor, wann es Zeit ist, nach draußen zu gehen, und wann sie wieder ins vertraute Heim möchte. Wer berufstätig ist und erst am Abend nach Hause kommt, sollte über eine Katzenklappe nachdenken. Aus einem abendlichen Auslauf kann leicht eine Nachtwanderung werden und gerade im Winter sollte die Katze dann die Möglichkeit haben, schnell wieder ins warme Haus zu kommen. Wer möchte schon in der Nachtruhe gestört werden, um sein Tier wieder ins Haus zu lassen? Einige Katzenhalter gewähren dem Haustiger tagsüber ihren Ausgang. Wer aber tagsüber zur Arbeit fährt, kann sein Tier nicht im Blick behalten. Nicht selten sind Streitereien und Kämpfe mit Nachbarskatzen und es kann zu heftigen Bissverletzungen kommen, die unbedingt durch einen Tierarzt behandelt werden sollten. Es ist immer wieder zu beobachten, dass nicht angeleinte Hunde auf Katzen treffen und diese hetzen oder schlimmstenfalls auch packen. Ein Notfallplatz, vielleicht ein erhöhter Sitz- oder geschützter Schlafplatz im Carport, bietet guten Schutz vor vierbeinigen Feinden und auch vor Wind und Wetter. Eine wetterfeste Katzenhöhle auf der Gartenbank ist ebenfalls eine gute Variante, wenn die Katze einmal nicht ins Haus kommt. Die Samtpfoten gehen ihrem Naturell entsprechend in der Natur auf Raubzüge, und dann jagen sie alles, was ihnen unter die Pfoten kommt. Sie finden Mäuse und Vögel zum Hinterherjagen genauso interessant wie die über den Rasen sausende Biene oder Hummel. Diese Insekten können eine große Gefahrenquelle sein, besonders wenn die Samtpfote danach schnappt. Rattengift und andere Chemikalien können ebenso gefährlich werden wie ein Katzenhasser in der Nachbarschaft, der schlimmstenfalls vergiftete Köder auslegt.

Katzen sind nicht jedermanns Lieblinge

Auch wenn der Nachbar eigentlich Katzen mag, wird er nicht erfreut sein, wenn ein kostbarer Baum als Kratzbaum auserkoren wird. Kater Jio hat sich seinen Baum zum Krallenschärfen zum Glück im eigenen Garten ausgesucht. Eine Katze liebt es, im weichen Sand in Nachbars Blumenbeet oder in einer Sandkiste, in der kleine Kinder spielen, ihr Geschäft zu verbuddeln. Somit kann eine Samtpfote ein Auslöser für einen Nachbarschaftsstreit sein. Dann gibt es aber auch Nachbarn, die Katzen vergöttern und in guter Absicht meinen, alles füttern zu müssen, was ein Fell hat. Liegt bei der eigenen Katze eine Futtermittelallergie vor, kann man nicht mehr kontrollieren, was sie unterwegs frisst. Katzenhalter sollten nicht enttäuscht sein, wenn ihre Vorstellung von einem schmusebedürftigen Kätzchen nicht erfüllt wird. Tobt sich die Katze in der Natur aus, ist sie meistens hundemüde und hat nur noch das Bedürfnis zu fressen und zu schlafen. Zum Spielen oder für ein Dauerschmusen ist dann kaum noch Energie vorhanden. Für eine taube Katze sollte der Freilauf absolut tabu sein, weil sie nicht adäquat auf mögliche Reize reagieren kann und somit ständig in großer Gefahr ist.

Stubentiger

Wenn eine Katze niemals ein Leben in Freiheit kennengelernt hat, wird sie es auch nicht vermissen. Fürsorgliche Katzenhalter, die für die Samtpfote ein Leben in der Wohnung vorziehen und ihr vielleicht sogar einen gut gesicherten Balkon, im Idealfall eine Terrasse oder ein Freigehege, bieten und sich intensiv mit ihrer Katze beschäftigen, können sich sicher sein, dass ihr Tier glücklich ist. Sie sollten sich kein schlechtes Gewissen einreden lassen, dass eine Katze nur in der Freiheit glücklich sein kann. Seltsamerweise wird keinem anderen Haustier ein autonomes Leben in der Freiheit gewährt, wie es der Katze zugesprochen wird. Samtpfoten haben einen angeborenen Spiel- und Jagdtrieb, diesen sollten sie ausleben dürfen. Zur Motivation gibt es im Fachhandel reichlich Spielzeug oder man greift auf die altbewährte Papierkugel, Papierrolle oder Federn zurück – Dinge, die man sowieso meistens im Haushalt hat. Freigänger haben sehr viel Bewegung, aber auch eine Wohnungskatze sollte durch reichlich interaktive Spielanimationen auf Trab gehalten werden. Phantasievoll gestaltete Kletterbäume laden zum Erkunden ein und das Tier kann dadurch die Muskulatur und die Motorik trainieren.

Doppeltes Glück

Damit ein Kätzchen nicht zu einsam in der Wohnung ist, wird manchmal zur Anschaffung eines Katzenkumpels geraten. Zwei Katzen, die sich gut verstehen und bestens miteinander klarkommen, sind ein tolles Team. Ihnen wird bestimmt niemals langweilig, denn zusammen gibt es immer etwas zu entdecken. Großen Spaß bringen das gegenseitige Auflauern und die Jagdspiele. Und was gibt es Schöneres, als sich nach einer Tobeaktion sich aneinanderzukuscheln und zu schlafen. Aber nicht jede Samtpfote mag es, vergesellschaftet zu werden. Einige Königinnen oder Könige teilen ihr Reich nicht und werden vehement jeden Eindringling mit ihrer kratzbürstigen Art verteidigen. Darum sollte sich der Mensch vor Anschaffung einer Zweitkatze immer gut beraten lassen, damit der Katzenjammer nicht zu groß wird.

Gefahrenquelle Indoor

Entscheidet sich ein Katzenfreund gegen ein Leben in Freiheit, weil die Gefahren zu groß erscheinen, sollte er sich vor Augen führen, dass eine Wohnungshaltung keine absolute Sicherheit bedeutet. Auch hier lauern viele Risiken. Versuchen Sie die Wohnung mit den Augen einer Katze zu betrachten und mögliche Gefahrenquellen aufzudecken. Wo tobt sie am liebsten, welche Spielzeuge bevorzugt sie? Die Stubentiger sind Abenteurer, sie klettern gerne und lieben warme Plätze. Aus diesem Grund kann eine Heizkörperabdeckung für die zarten Pfoten eine große Gefahr sein. Sie könnte hängenbleiben und sich sehr verletzen. Es sollte darauf geachtet werden, dass alle Putzmittel katzensicher verschlossen werden. Einige Zimmerpflanzen sind für Katzen giftig, darum sollte man sich sorgfältig informieren. In der Auswahl ihrer Schlafplätze sind die Vierbeiner sehr kreativ. Mal verkriechen sie sich unterm Sofa, hinter Schränken und unter Bettdecken. Oder kriechen in eine „Höhle“, die offen stehende Waschmaschine oder den Wäschetrockner. Die Türen sollten möglichst geschlossen oder vor Inbetriebnahme der Geräte immer kontrolliert werden. Geöffnete oder gekippte Fenster sind für das Tier sehr verlockend, können aber eine große Gefahr darstellen. Die Katze könnte beim Kraxeln auf der Fensterbank abstürzen oder sich beim gekippten Fenster einklemmen und sich nicht mehr ohne fremde Hilfe befreien. Dies kann böse enden. Wer dem Kätzchen ein sonniges Plätzchen auf dem Balkon schenken möchte, sollte sich über Sicherungsmöglichkeiten informieren.

Glückskatzen

Eins wird nun klar: Ein Leben ohne Risiko und mit absoluter Sicherheit gibt es kaum. Man kann nur darauf vertrauen, dass es der Samtpfote gut geht und sie die ihr sprichwörtlich zugesagten 7 Leben ausschöpfen kann. Die Sache mit dem Glück hängt von vielen Faktoren ab und vor allen Dingen ist dieses Gefühl sehr individuell. Letztendlich ist es doch ganz egal, ob die Katze ein Freigänger oder Stubentiger ist, denn es geht doch darum, dass sich das Tier wohlfühlen soll. Und dies wird sie durch ihr ausdrucksstarkes Schnurren ihrem Menschen bekunden. Schon Buddha soll gesagt haben: „Es gibt keinen Weg zum Glück, Glücklichsein ist der Weg“. Und da Katzen im Hier und Jetzt leben, genießen sie jede Lebenssekunde – unabhängig von ihrer räumlichen Lebenssituation. So wird jeder Moment zu einem Glücksmoment.

TEXT Sabina Pilguj

 
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