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Der Kromfohrländer

Eine gelungene Mischung aus Foxterrier und vermutlich Griffon macht den feinfühligen und fröhlichen Allroundhund so besonders, aber er gilt nicht als Mischling, sondern gehört zu den Rassehunden: der Kromfohrländer.

Der Kromfohrländer zählt zu den jüngeren deutschen Hunderassen und ist erst seit 1955 international anerkannt. Seinen Namen hat er dem Wohnort seiner Erstzüchterin, Ilse Schleifenbaum, zu verdanken, die bei Siegen (südliches NRW) in der Gemarkung „Krom Fohr“ (hochdeutsch: krumme Furche) wohnte. So entstand der Name Kromfohrländer.

Die Geschichte der Rasse

In dem Buch „Kromfohrländer“ berichtet Wanda Gräfin von Westarp von der Entstehungsgeschichte dieser besonderen Rasse. Der „Kromi“ soll ein glückliches Ergebnis einer Zufallspaarung sein. Es heißt, ein struppiger Hund wäre von amerikanischen Soldaten aus Frankreich nach Deutschland mitgenommen und dann in der Gemarkung Kromfohr ausgesetzt worden. Ilse Schleifenbaum hat diesen Streuner 1945 aufgenommen. Der Rüde (es soll sich vermutlich um einen französischen Jagdhund, einen Griffon Vendéen gehandelt haben) paarte sich mit der Foxterrierhündin aus der Nachbarschaft. Ilse Schleifenbaum war von den Welpen begeistert, da die Jungen viele gemeinsame Merkmale aufwiesen und trotzdem mit keiner anderen Rasse zu vergleichen waren.

„Die Hunde der schwierigen Nachkriegszeit waren robust und dabei gelehrig und treu“, so der Rassezuchtverein der Kromfohrländer. Ilse Schleifenbaum hat diese Hunde 10 Jahre gezüchtet und den Nachweis über die Einheitlichkeit der Würfe im Erscheinungsbild und ihre Wesensart geführt. Ihr ist es zu verdanken, dass die Rasse Kromfohrländer amtlich im Jahr 1955 als neue deutsche Hunderasse international anerkannt wurde. In diesem Jahr wurde der Rassezuchtverein der Kromfohrländer e. V. gegründet, um diesen Hundetyp bekannter zu machen.

In den Zuchtanfängen gab es nur sehr wenige Welpen, da sich die Zucht erst entwickeln und sich die Informationen über die neue Rasse verbreiten mussten. Und auch noch um 2002 war es schwierig, einen Kromfohrländerwelpen zu bekommen. Die Nachfrage war groß und die Warteliste lang. Heute ist es zum Glück anders, denn der Kromfohrländer hat längst die Herzen der Liebhaber erobert.

Sein mannigfaltiges Erscheinungsbild

Manchmal leicht mit einer „Promenadenmischung“ zu verwechseln, zeigt der reinrassige Kromfohrländer ein vielfältiges und sehr unterschiedliches Erscheinungsbild. Die Hunde gibt es in zwei verschiedenen Fellarten, einmal in Rau (mit Bart – diese Variante erinnert an den Terrier) und glatthaarig (ohne Bart). Bei beiden Varianten zeigt sich das Fell kurz, mittellang oder langhaarig. Laut Rassestandard soll die Grundfarbe des Fells Weiß mit braunen (hellrot, rot bis dunkelbraun) Abzeichnungen in Form von großen Flecken sein; es gibt aber auch eine Fehlfärbung mit schwarzen Abzeichnungen. Bei dem Haarkleid ist Unterwolle vorhanden. Mit seinen seitlich hoch angesetzten Kippohren drückt er seine Stimmung aus. Seine sog. „Säbelrute“(Name für die Rute eines Hundes, wenn diese zur Spitze hin gekrümmt ist) ist mittellang und wird in Ruhezeiten hängend mit leicht aufgebogener Spitze, in der Bewegung sichelförmig über dem Rücken getragen. Durch das vielfältige Erscheinungsbild ist es für den Laien gar nicht so einfach, diesen Rassehund auch gleich als solchen zu erkennen.

Sein Wesen

Obwohl vom Ursprung her zwei Jagdhundrassen die genetische Basis für den Kromfohrländer gelegt haben, ist sein Jagdtrieb kaum ausgeprägt. Der Hund liebt es, bei Spaziergängen immer in der Nähe seines Menschen zu bleiben. So lieb der „Kromi“ auch ausschaut und gerade als Welpe an ein süßes Plüschtier erinnert, so sollten seine Anlagen sehr ernst genommen werden. Der Kromfohrländer hat ein freundliches, sensibles Wesen, ist sehr gelehrig, intelligent und anpassungsfähig. Durch sein Aussehen und seinen besonderen Charakter begeistert er als Begleit- und Familienhund. Aber der Hund fordert eine einfühlsame und konsequente Erziehung, andernfalls kann leicht das Terrierblut in seinen Genen zum Tragen kommen. Der Vierbeiner kann sich dann schwierig mit einem Hang zum Größenwahn zeigen, besonders an der Leine gegenüber Artgenossen.

Der Kromfohrländer gilt als wachsam und bellfreudig. Er ist aber vom Typ her kein Dauerkläffer, und wie oft der Hund anschlägt und bellt, ist auch manchmal eine Erziehungssache. Fremden gegenüber scheint der Hund manchmal etwas reserviert und einige „Kromis“ gelten als „Einmann-Hund“, sie binden sich sehr gern an eine Person im Familienrudel. Der Kromfohrländer ist ein sportlicher Hund, der ausgiebige Spaziergänge liebt. Durch seine Lauf- und Springfreude kann er sehr gut mit Hundesport, wie zum Beispiel Agility, ausgelastet werden. Der aufgeweckte Vierbeiner lernt in kurzer Zeit „Hundetricks“, dadurch wird er geistig gefördert und gefordert. Die Rasse gilt als kinderlieb, wenn die Vierbeiner schon früh positive Erfahrungen mit Kindern sammeln konnten und die Hunde um ihren Rang in der Familie wissen. Dann können Kind und Hund sehr viele Spiel- und Spaßeinheiten miteinander erleben. Wie bei jeder anderen Rasse auch sollte klar sein, dass ein Hund ein toller tierischer Kumpel sein kann, aber eben kein Spielzeug ist. Der Kromfohrländer möchte überall dabei sein und aufgrund seiner Größe kann er gut überallhin mitgenommen werden. Der Allrounder überzeugt durch seinen Charakter und sein Aussehen und ist für die Liebhaber dieser Rasse ein absoluter Traumhund.

Rassemerkmale

FCI-Klassifikation: Ursprungsland Deutschland, Standardnummer 192. Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithund
Sektion 10: Kromfohrländer. Ohne Arbeitsprüfung
Widerristhöhe: 38-46 cm
Gewicht: Rüden ca. 11-16 kg, Hündinnen ca. 9-14 kg

Wer sich für diese sehr spezielle Hunderasse interessiert, sollte sich vorab gründlich über die rassespezifischen Eigenschaften und Bedürfnisse informieren und sich die Frage stellen, ob man dieser Rasse auch wirklich gerecht werden kann. Nur dann ist gewährleistet, dass die Faszination und die Liebe zu diesen wunderbaren Hunden auch ein Leben lang halten.


 

INTERVIEW mit Züchterin Antonia Überschaer

Neue Wege

Antonia Überschaer gründete 2013 ihre Zuchtstätte „Vom Ammenberg“ im Verein Rauhaariger Kromfohrländer und entschied sich 2015 in einem eigenständigen und unabhängigen Kromfohrländer-Einkreuzprojekt, ihre Zuchtziele weiterzuentwickeln.

Wie haben Sie Ihre Liebe zu den Kromfohrländern entdeckt?
Antonia Überschaer: Als ich vor zwanzig Jahren in einer Fachzeitschrift ein Portrait der mir bis dahin unbekannten Rasse des Kromfohrländers las, faszinierte mich die Beschreibung seines Wesens, seiner Größe und der Fellbeschaffenheit. Ich versuchte Informationen über diese Rasse zu finden und musste feststellen, dass es nur ein Buch über den Kromfohrländer gab und die wenigen Zuchtstätten in Deutschland alle eine Warteliste von zwei bis drei Jahren hatten. Damals hatte ich jedoch schon einen Hund und war mit meiner Praxis und Familie voll ausgelastet. Doch ich war mir sicher: Sollte ich mich noch einmal für einen Hund entscheiden, würde es mit Sicherheit ein Kromfohrländer werden. Erst vor sieben Jahren wurde die Suche nach einem Kromfohrländer wieder aktuell. Dabei lernte ich auch Züchter aus Kromfohrländer-Einkreuzprojekten kennen und mich überzeugte die Notwendigkeit des Einkreuzens dieser wunderbaren Rasse. Wir hofften, einen Welpen aus einer dieser Züchtungen zu bekommen, es dauerte aber noch einmal zwei Jahre, bis wir unsere Dorle zu uns holen durften.

Sie haben den Pfad des Rassestandards der Kromfohrländer verlassen und sind einen neuen Weg mit Ihrem unabhängigen Einkreuzungsprojekt für Kromfohrländer gegangen. Was war Ihre Motivation?
Die Rasse des Kromfohrländers beruht auf einer sehr kleinen genetischen Vielfalt, da die Population sehr gering ist. Aufgrund dieser Zuchtproblematik ist durch Inzucht eine Reihe von Erbkrankheiten entstanden, wie Katarakt, Epilepsie, Cystinurie, Digitale Hyperkeratose, Ellenbogendysplasie oder Autoimmunerkrankungen. Auch haben sich Wesensveränderungen entwickelt, wie große Ängstlichkeit und das daraus entstehende aggressive Verhalten, ein ausgeprägtes Territorialverhalten und die Bindung an nur eine Person.

Einkreuzprojekte dienen der Blutauffrischung und Regeneration einer überzüchteten Rasse. Um eine Veränderung der Genetik zu erreichen, sind viele Generationen eingekreuzter Hunde notwendig. Es ist also ein auf lange Sicht angelegtes Projekt.
Um eine Verbreitung dieser Erkrankungen zu vermeiden, ist vor der Verpaarung eine genaue Ahnenforschung notwendig, um erblich belastete Tiere von der Zucht ausschließen zu können. Dazu gehören auch aktuell freie Befunde für einige dieser Krankheiten beider Elterntiere vor jeder Verpaarung. Das Erscheinungsbild und Wesen der Rasse sollte durch Einkreuzen nicht zu stark verändert werden. Deshalb werden bei uns nur Hunde eingekreuzt. die dem Kromfohrländer sowohl äußerlich als auch in den Charaktereigenschaften ähneln. Das Ziel ist es, wieder zu dem Urtyp zurückzukehren, der wesensstark und von genetischen Erkrankungen unbelastet ist.

Gelten Ihre Welpen als reinrassige Kromfohrländer?
Nein. Es sind ja ganz bewusst erzeugte Kromfohrländer-Mischlinge. So hat meine Hündin Dorle einen Kromfohrländeranteil von 50 % und ihre Tochter Anou rund 63 %. Je näher man dem reinrassigen Kromfohrländer in der Auswahl der Zuchttiere kommt, desto größer ist auch wieder die Gefahr für das Auftreten von Erbkrankheiten. Deshalb bedarf es mindestens dreier gesunder Generationen von eingekreuzten Hunden, bis man sich dem reinrassigen Kromfohrländer züchterisch wieder annähern kann. Wobei es aber vieler weiterer Generationen bedarf, um beim reinrassigen Kromfohrländer anzukommen.

Was liegt Ihnen mit Ihrer Zucht bzw. in der Aufzucht der Welpen besonders am Herzen?
Ich möchte Hunde züchten, die gesunde Voraussetzungen für ein langes und zufriedenes Hundeleben mitbringen. Dazu gehört auch die sorgfältige Prägung im Welpenalter. Diese Aufgabe liegt mir sehr am Herzen, da die Erfahrungen der ersten Lebenswochen einen Hund sein ganzes Leben lang beeinflussen. Für mich ist jeder Welpe eine ganz besondere Aufgabe und ich möchte für jeden von ihnen ein passendes Zuhause finden. Unsere Welpen werden bei uns zuhause geboren, wachsen mitten in unserem Familienalltag auf und werden behutsam an viele neue Dinge herangeführt. Natürlich erhalten alle Welpen die notwendigen Entwurmungen, Impfungen, ärztliche Untersuchungen und einen Chip. Da die Ernährung eines Hundes eine entscheidende Bedeutung für seine Entwicklung und Gesunderhaltung hat, füttern wir alle unsere Hunde mit Rohfleisch und Gemüse. Der Vorteil bei der BARF-Fütterung ist eine sehr gute Verträglichkeit, deshalb bekommen unsere Welpen ebenso rohes Fleisch mit Gemüse. Zum Kennenlernen geben wir ihnen auch ab und zu etwas Trocken- und Nassfutter. Bevor unsere Welpen zu ihren Besitzern kommen, werden sie von einem Zuchtwart gesichtet und dokumentiert. Um die weitere Entwicklung zu verfolgen, gibt es im Alter von 1 1/2 Jahren eine Sichtung des gesamten Wurfes.

Ist der Kromfohrländer Ihrer Meinung nach ein „Stadthund“ oder wo fühlen sich diese Hunde wohl?
Ein Kromfohrländer fühlt sich da wohl, wo seine Familie ist. Bei guter Prägung und Erziehung kann man sie überallhin mitnehmen. Sie passen sich der Situation an und sind dabei zurückhaltend und ruhig.

Verraten Sie uns 3 besondere charakterliche Eigenschaften Ihrer Hunde, die den Kromfohrländer aus dem „Einkreuzungsprojekt für Kromfohrländer“ so besonders machen.
Einen Kromfohrländer zu beschreiben ist gar nicht so einfach: es sind eben ganz besondere Hunde. Ich versuche, es mal auf den Punkt zu bringen: intelligent und sensibel, anpassungsfähig und anhänglich, sozialverträglich und in sich ruhend.


WEITERE INFOS
www.zucht-vom-ammenberg.de

Sabina Pilguj

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