Die Suche von Trüffel ist nicht allein Schweinen vorbehalten. Auch einige Hunde sind gute Trüffel-Schnüffler. Erfahren Sie mehr über die Delikatess Suche von unserem Experten.

Trüffel-Schnüffel Hunde

Christian Gold teilt mit seinen Hunden eine Leidenschaft – die Suche nach Trüffeln. Dabei spielt für den Experten der Genuss als Delikatesse kaum eine Rolle. Viel wichtiger ist ihm, den verborgenen Schönheiten der Natur auf die Spur zu kommen.

Hypogäen (unterirdisch fruktifizierende Pilze) gibt es generell überall dort, wo Bäume sind“, erklärt der Pilzsachverständige. Wenn man es aber auf die essbaren Trüffel der Gattung Tuber abgesehen hat, benötigt man Kalk im Boden. Etwa 40 Prozent Deutschlands erfüllt diese Voraussetzung – besonders in südlichen Regionen. Im Landkreis Würzburg lebt der Gymnasiallehrer und widmet sich erfolgreich der mykologischen Wissenschaft. „An Trüffeln begeistert mich, dass sie verborgen sind und dass es sich um Pilze handelt, von denen viele weitgehend unerforscht und kaum bekannt sind. Es ist ein tolles Gefühl, wenn man eine Trüffelart findet, von der man weiß, dass sie höchstens eine Handvoll Menschen in Deutschland schon gesehen haben.“ Grob geschätzt gibt es hierzulande etwa 200 Trüffelarten. Von diesen gelten zwei bis drei als klassische Speisetrüffeln. Die verbreitetsten sind die ungenießbaren Hirschtrüffeln, die gerne von Rot- und Schwarzwild herausgewühlt werden. Kurz danach kommt die für Menschen kulinarisch hochwertige Burgundertrüffel (Tuber uncinatum), die man das ganze Jahr über unter z. B. der Hainbuche, Linde, Eiche oder Haselnuss finden kann.

Mensch und Hund im Einklang mit der Natur

Bei der Trüffelsuche leisten traditionell Schweine und immer mehr Hunde wertvolle Dienste. Zwar sind erstere intelligent und verfügen über einen hervorragenden Geruchssinn, jedoch geben sie ihren Fund nur ungern wieder her. Neben der bekannten italienischen Rasse Lagotto Romagnolo lässt sich so gut wie jeder Hund zur Trüffelspürnase ausbilden. Entscheidend ist die Persönlichkeit bzw. ob der Vierbeiner motiviert ist, mit dem Halter zusammenzuarbeiten.

Christian Gold wird von „stinknormalen Straßenkötern“ begleitet, wie er seine beiden liebevoll nennt. Winnie ist ein 6-jähriger Schäferhund-Mix aus Kroatien und Milano ist ein 5-jähriger Terrier-Mix aus Spanien. Auf den richtigen Riecher hat der Pilzsachverständige seine Hunde gebracht. „Zunächst wird der Trüffelgeruch positiv verknüpft, wie bei der klassischen Konditionierung. Anschließend erarbeitet man gemeinsam die spezifischen Methoden während eines Suchvorgangs und identifiziert z. B. ein Anzeigeverhalten. Wichtig ist das Vermögen des Halters, seinen Hund zu lesen und dessen körpersprachliche Zeichen zu erkennen. So ist es durchaus möglich, schon nach wenigen Tagen Erfolg zu haben.“

„Der Hund ist erstmal oft ganz verblüfft, dass er fürs Buddeln nicht mehr geschimpft wird, sondern dass der Mensch sogar dabei hilft“, lacht Christian Gold. „Im Prinzip liegt das Buddeln ja im genetischen Programm der Hunde. Wenn man da als Halter mitmacht, verstärkt das die Bindung ungemein. Besonders, wenn man dann auch noch auf eine Trüffel stößt und der Hund merkt, wie der Mensch vor Stolz platzt. Schüchterne und kleine Hunde können so deutlich an Selbstvertrauen gewinnen. Für mich persönlich spielt der materielle Wert einer Trüffel keine Rolle. Ich finde es sogar schäbig, bei solchen Naturschönheiten nur an den Verkaufswert zu denken. Die kommerzielle Nutzbarkeit ist der Grund für viele Probleme, die man in Deutschland bei der Trüffelsuche erfahren muss. Alle Trüffeln der Gattung Tuber (dazu gehören die klassischen Speisetrüffeln) unterliegen der Bundesartenschutzverordnung und dürfen offiziell nicht gesammelt werden. Diese Verordnung ist umstritten und meiner Meinung nach reformbedürftig, denn die geschützten Arten sind teilweise alles andere als selten.

Einer Freigabe für den Eigengebrauch in geringer Menge, wie man es von den hiesigen Pilzen wie unter anderem Pfifferling und Steinpilz kennt, stünde meines Erachtens nichts entgegen. Fakt ist aktuell, dass man für eine offizielle Suche von Speisetrüffeln z. B. in die Schweiz fahren muss. Die 180 anderen Arten kann man in Deutschland hingegen problemlos suchen.“

 


 
 

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