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Gebrauchshunde: Vorstehhund


 

Hüte- und Treibhunde wurden ursprünglich
ausschließlich von Hirten zum Bewachen und
Zusammentreiben ihrer Herde gehalten.
Der Schutz vor größeren Raubtieren und das
Anschlagen beim Näherkommen von Fuchs oder
Wolf war ein wichtiger Teil der Pflichten dieser
Vierbeiner, um „seine Tiere“ zu schützen. In der
heutigen Zeit ist der Schutz vor den vielerorts
ausgestorbenen Raubtieren nicht mehr die
zentrale Aufgabe eines Hirtenhundes.
Viel wichtigere Aufgaben bestehen im Zusammen-
halten und Lenken der Herde. Dies erfordert
neben einer schnellen Beweglichkeit eine sehr
hohe Arbeitsintelligenz für das Zusammentreiben
der Tiere. Die schlauen Vierbeiner sind von ihrem
Wesen darauf trainiert, auf Zuruf die Herde zu
steuern und zudem, aus eigenem Antrieb heraus,
die Herde zusammen zu halten. So müssen die
Nutztiere in der heutigen Zeit eher vor schnellen
Autos und gefährlichen Straßen als vor Raubtieren
bewahrt werden. Je nach Herde haben sich einige
Rassen als besonders begabt für diese Aufgabe
heraus gestellt. So wurden in der Vergangenheit
auch schwerfällige Rottweiler zum Dirigieren von
Rinderherden eingesetzt.
Nur noch selten zu sehen: der Schäfer mit Hund und Herde.
Im Laufe der Zeit wurden die Menschen sesshaft
und betrieben verstärkt Landwirtschaft. Der Hund
wurde zur Bewachung von Haus, Hof und auch
Herde immer wichtiger. Für die Züchtung der
Hirten- und Herdenschutzhunde wurde der
natürliche Trieb, ein Rudel zusammenzuhalten,
genutzt. Im Gegensatz zu seinem Vorfahren,
dem Wolf, hat der Hirtenhund jedoch eine
wesentlich größere Schar an Tieren zu leiten und
muss zudem zwischen seinen Schutzbefohlenen
und einem Beutetier klar unterscheiden.
Hinzu kommt erschwerend, dass die Herde häufig
probiert, sich dem Hund zu widersetzen.
Die Nutztiere ordnen sich ihrem „Herrn auf vier
Pfoten“ nicht selbstverständlich unter.
Der züchterische Weg und die Ausbildung dieser
Gebrauchshunde waren dementsprechend
aufwendig und lang. Im Laufe der Zeit ist es
gelungen, den natürlichen Instinkt ideal zu
fördern und sich zu eigen zu machen, so dass
Herr, Hund und Herde eine gut zusammen
arbeitende Symbiose ergeben.

DIE COLLIE-RASSEN
Der Hütetrieb der Collies kann zum Teil sehr stark
ausgeprägt sein, was unter Umständen zu Problemen
in der Freizeit führen kann. Der Hund muss klar
unterscheiden können und darf Passanten, Kinder
oder Autos nicht als seine Schutzbefohlenen oder
Herdentiere ansehen. Eine konsequente Führung
und Erziehung ist deswegen essentiell.
Die besonders lernwilligen Border Collies haben im
Hundesport bei Agility und Flyball eine neue Heraus-
forderung gefunden. Die hoch intelligenten Vierbeiner
benötigen eine tägliche Aufgabe, die ihre hohe
Lernfähigkeit und ihre schnelle Auffassungsgabe
fördert. Bei Unterforderung kann es schnell zu
seelischen Erkrankungen und Depressionen dieser
Hunde kommen.
Ihren Ursprung haben die schnellen Border Collies
in der Hütung von Schafen auf den Britischen Inseln.
Nachdem der Hundesport in Europa immer populärer
wurde, verbreitete sich der hübsche Vierbeiner sehr
rasch und wurde durch sein freundliches Wesen auch
als Familienhund immer beliebter.
 
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